Ausbildung zum Koch

Darf’s ein bisschen mehr sein? Küchenleiter Frank Weißgärber und Abdullah Ebrahimi wissen, dass Kartoffelbrei in den Kindertagesstätten sehr beliebt ist.

Für den Transport zu denKindertagesstätten wird alles gut verpackt.

Bei den Gästen des Café Pause stehen die Flammkuchen hoch im Kurs.

Und zum Nachtisch oder zum Kaffee gibt es leckere Torten – immer dienstags vom Küchenteam frisch gebacken.

Vielseitige Ausbildung zum Koch im Café Pause

Als der Emstaler Verein 2016 einen Auszubildenden für die Küche des Cafés Pause suchte, stand zur Diskussion, ob auch ein junger Geflüchteter für die Stelle in Frage käme. Der Impuls entstand aus dem Bedürfnis heraus, einen Beitrag zur Integration der Flüchtlinge zu leisten.
Der Integrationsmanager des Landkreises Kassel Bijan Otmischi und die Agentur für Arbeit halfen mit Unterstützungsangeboten weiter.

Die Ausbildung als Koch begann für Abdullah Ebrahimi schließlich im August 2017. Allerdings waren ihm das Café Pause und die Arbeit schon vertraut. Seit August 2016 war er im Rahmen eines Praktikums und einer Einstiegsqualifizierung in der Küche tätig und hatte sich hervorragend bewährt.

Abdullah Ebrahimi musste bereits 7-jährig mit seinen Eltern aus Afghanistan in den Iran fliehen. „Im Iran werden Flüchtlingskinder nicht beschult, so dass meine Mutter, selbst Lehrerin, mich unterrichtete“, erzählt er. Früh musste der älteste Sohn zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Er arbeitete als Maurer und Fliesenleger, was man der zierlichen Erscheinung kaum zutraut.

Im November 2014 kam er auf der Flucht aus dem Iran über die Türkei allein nach Deutschland. Zuerst lebte er in der Gemeinschaftsunterkunft Pommernanlage, doch mittlerweile hat er eine Wohnung gefunden und dazu viel Glück mit seinen Vermietern. Sie bieten dem freundlichen jungen Mann ein bisschen Familienanschluss und helfen ihn darüber hinaus beim Lernen.

„Mein Traum ist es, einmal selbst ein afghanisches Restaurant zu eröffnen“, sagt Abdullah Ebrahimi, „auch wenn es bis dahin noch sehr viel zu lernen gibt“. Die Kollegen schätzen ihren engagierten Auszubildenden und freuen sich über die großen Fortschritte, die er während der bisherigen Zusammenarbeit schon gemacht hat.

Bei den notwendigen, aber ungeliebten Behördengängen unterstützt ihn die inzwischen pensionierte Geschäftsführerin des Emstaler Vereins, Petra Scholl-Munsel. „Vieles ist für einen Geflüchteten nicht einfach zu verstehen“ erklärt sie die Notwendigkeit. „Meine Eltern hatten keinen einzigen Ordner. Ich habe jetzt schon vier“ meint dazu Abdullah Ebrahimi.

Im Café Pause hat der Emstaler Verein Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit einer psychischen Erkrankung geschaffen. Ermöglicht wurde dies durch die finanzielle Unterstützung von Aktion Mensch. Hier arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung Seite an Seite.

Der Emstaler Verein e.V. ist ein gemeinnütziger, gemeindepsychiatrisch orientierter Verein, der 1986 als Alternative und Ergänzung zur stationären Langzeitbetreuung psychisch kranker Menschen in Psychiatrischen Krankenhäusern gegründet wurde.

Café Pause im Teilhabezentrum Wolfhagen
Liemeckestr. 3
34466 Wolfhagen
www.emstaler-verein.org/café-pause