Arbeit als Produktionshelfer

Behutsam bearbeitet Mohammad Scharif Nawa die Rahmen für das Isolierglas.

Mohammad Scharif Nawa im Gespräch mit Bijan Otmischi, dem Integrationsmanager des Landkreises Kassel.

Abdalla Hilal Said scherzt während einer kleinen Wartezeit mit seinem rumänischen Kollegen Vasile Teleuca.

In der großzügigen Produktionshalle ist wegen des zerbrechlichen Werkstoffs Glas Vorsicht geboten.

Energy Glas Geschäftsführer Hans Franke setzt auf die Beschäftigung von Geflüchteten – als Gewinn für beide Seiten.

Geflüchtete integrieren sich gut bei der Energy Glas GmbH

Der Unternehmensstandort befindet sich auf einem früheren Kasernengelände in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete. Schon aus diesem Grunde lag die Beschäftigung mit dem Thema Arbeitsintegration nahe.

Hans Franke, Geschäftsführer der Energy Glas GmbH, nahm die Herausforderung zusammen mit seinen Kollegen an. „Wir handeln dabei aus sozialer Verantwortung und aus pragmatischen Gründen. Denn auf dem Land sei es schwer, Mitarbeiter zu gewinnen.“

Inzwischen arbeiten sechs Afghanen, ein Eritreer und ein Somalier bei dem Spezialisten für Isolierglas, fast alle als angelernte Produktionsmitarbeiter, einer als Praktikant. Knapp die Hälfte habe unbefristete Arbeitsverträge. „Sie bekommen den gleichen Lohn wie andere“, sagt Hans Franke. Die Flüchtlinge seien motiviert und hätten überzeugt.

Starthilfe leistete auch der Landkreis Kassel als Koordinator des europäischen Projekt „REST“. Es steht Arbeitgebern zur Seite, die bereits Flüchtlinge beschäftigen oder dies beabsichtigen. Mit Hilfe von „REST“ können speziell auf die Bedürfnisse der jeweiligen Arbeitgeber zugeschnittene Unterstützungsangebote (rechtliche Fragen für die Beschäftigung, Lösung von Sprachproblemen, besondere Anforderungen aufgrund unterschiedlicher kultureller Erfahrungen) realisiert werden.

Die Hilfestellungen zur Einarbeitung und Integration wären ohne engagierte Mitarbeiter wie Heike Langefeld kaum zu leisten. „Im Ramadan hieß es oft: Die schaffen das nicht“, sagt Heike Langefeld. Doch sie hielten den Fastenmonat sehr gut durch. Ihren muslimischen Glauben praktizierten die Flüchtlinge im Privatleben.
Nur beim Firmenfrühstück samstags müsse man aufpassen, dass etwas ohne Schweinefleisch dabei sei.

Die Bedenken anderer Unternehmen, Flüchtlinge einzustellen, kennt Hans Franke, aber er teilt sie nach den positiven Erfahrungen mit den neuen Kollegen nicht. Nur der Aufenthaltsstatus könne zum Problem werden, denn lediglich zwei Asylbewerber seien anerkannt, beim Rest liefen die Verfahren. Müssten die Flüchtlinge ausreisen, wäre das ein Rückschlag für die Firma. Der ganze Aufwand für die Einarbeitung der neuen Kollegen wäre vergebens gewesen.
Für den Unternehmer ist klar, was passieren muss: Es brauche eine schnellere Entscheidung über Asylanträge, juristische Klarheit für die Arbeitgeber und eine bessere Qualifizierung: „Weil der Mittelstand die größte Chance auf Integration ist.“

Im Jahr 2007 entschlossen sich Hans Franke, Elmar Dohmann, Kai Franke und Mirco Franke aufgrund der Zukunftsaussichten für Produkte zur Energieeinsparung ein Unternehmen, im Rahmen des Konversionsverfahrens in der ehemaligen Pommernkaserne in Wolfhagen, zu gründen. Wie geplant, wurde die erste Energy Wärmedämmisolierglasscheibe am 1. April 2008 hergestellt.

Die Produktion ist mit neuester Produktionstechnik speziell ausgerichtet auf die Fertigung von hochdämmenden Dreifach-Wärmedämmscheiben. Energy Glas ist es möglich hochdämmende Dreifach-Energiespargläser bis zu einer Gesamtgröße von ca. 6 m x ca. 3,21 m und einem Gewicht größer 2 Tonnen zu produzieren. Floatglasscheiben und Verbundglasscheiben können bis zu einer Einzelscheibendicke von 24 mm geschnitten und für die Isolierglasproduktion vorbereitet werden. Die Lieferung erfolgt zum großen Teil mit eigenem Fuhrpark sowie mit einer auf Glastransport speziell ausgerichteten Spedition.

Energy Glas beschäftigt zurzeit ca. 100 Mitarbeiter. Zum Januar 2018 wurde das Unternehmen an die Schollglas-Gruppe verkauft. Mit dem Verkauf hat sich jedoch weder für die Mitarbeiter noch für den Standort Wolfhagen viel geändert. Es sind sogar zusätzliche Investitionen geplant, um den Produktbereich Sicherheitsglas weiter auszubauen.

ENERGY Glas GmbH
Zur Frado 1
34466 Wolfhagen

Telefon: 05692 99745–0
E-Mail: info@energy-glas.de

www.energy-glas.com